Schubladendenken und seine Folgen

Schubladendenken / Lästern

Oder, wie unser Gefühl sinkt weil wir andere Menschen bewerten und über sie lästern.

In Schubladen denken bedeutet,

  • über andere Menschen urteilen ohne genaue Hintergründe zu kennen.
  • Über Menschen urteilen obwohl Hintergründe bekannt sind
  • Eigene gelebte und erlernte Bilder auf andere Menschen projizieren.

So oft erlebe ich Menschen, die über andere Personen urteilen oder „ablästern“. Manches mal wird das auch gerne als Zeitvertreib genutzt. Die Person sitzt mit Freund oder Freundin im Cafe´ an der Ecke und zieht über Mitmenschen her.

Diese Art von Schaulustigkeit, allgemein auch Lästern oder Ablästern genannt, hat oft auch etwas mit dem verbergen der eigenen Unsicherheit zu tun. Denn in der Regel sind es oft genau diese Leute, die sich eben nicht trauen direkt und unmittelbar auf andere Menschen zuzugehen.

Um, zum Beispiel einfach mal jemanden darauf hin zu weisen, dass ihm/ihr das Verhalten oder der Ausdruck des Gegenübers grad nicht gepasst hat. Dann wäre es für diese Person tatsächlich auch möglich einen Wunsch zu formulieren, was sich denn verändern soll.

Oft wird in solchen Situationen lediglich zum Ausdruck gebracht, was jemand jetzt nicht will!

Im Resultat fühlen sich diese „Schaulustigen“ in ihrem privaten Leben häufig eher unzufrieden.

 

 

 

 

Eine Geschichte aus dem Praxisalltag

Ich möchte Ihnen hierzu eine kleine Geschichte aus meinem Praxisalltag erzählen.

Einst sucht mich ein 44 Jahre alter Mann auf, um sich in seinen persönlichen Belangen von mir coachen zu lassen. Ich nenne ihn hier zum Schutze seiner Persönlichkeit Rudolph.

Rudolph hatte oft Schwierigkeiten in seinem beruflichen Umfeld. Aber auch seine Partnerschaft litt unter seinen Verhaltensweisen.

Er selbst kam irgendwann zu dem Entschluss, dass er sich doch mal hinterfragen sollte. „Vielleicht liegt es ja auch an mir“; war damals eine seiner ersten Aussagen.

In einer der Sitzungen erzählte er mir die folgende Geschichte:

"Wissen Sie Herr Lahme, an manchen Tagen geht mir in meiner Firma einer ganz mächtig auf den Zeiger. Da ist so´n Kollege wenn den schon über das Firmengelände rumschlurfen sehe könnte ich kotzen. Das nervt mich so sehr, das können sie sich nicht vorstellen."

Ich fragte ihn;

„Rudolph, was ist das denn genau was Sie an diesem Kollegen so ankotzt?“

"Ach, der hat so einen ollen grauen Kittel an und schleift eine Eisenstange hinter sich her. Wenn sie den sehen würden... Dem kann man beim Gehen die Schuhe besohlen."

„Was für eine Funktion hat denn der Mann, fragte ich Rudolph.“

"Das ist unser Hausmeister!"

„Okay! Der Hausmeister. Was für eine Eisenstange schleift denn der hinter sich her?“

"Ja, Sie müssen wissen, ich arbeite ja in einem Chemiewerk. Dort ist das gesamte Gelände gesichert für den Fall das Chemikalien auslaufen, darf halt nichts ins Grundwasser gelangen. Dafür gibt es spezielle Kanaldeckel die bei Regen geöffnet sein müssen und im Schadenfall verschlossen sein müssen“

„Ah, ich verstehe. Rudolph, das bedeutet doch das dieser Mann eine ganz besondere wichtige Aufgabe in ihrem Unternehmen hat ,oder?“

"Ja, das mag sein, trotzdem nervt er mich!"

Wir sind in dieser Sitzung etwas tiefer in das Thema eingestiegen. An der Stelle würde der gesamte Gesprächsverlauf aber etwas zu weit führen.

Unter anderem hatte ich Rudolph gefragt, an wen oder was Ihn dieser Hausmeister erinnert.

 

 

 

 

 

 

 

älterer Mann mit Spazierstock geht in einer Großstadt vor einem Gerüst spazieren.

Kleine Perspektivwechsel führen zu Änderung der inneren Haltung

Im laufe der Sitzung gelangten wir an den Punkt, das Rudolph von seinem Vater gelernt hatte, dass nur durch Anstrengung jemand erfolgreich sein kann. Wer rastet der rostet und du musst Leistung zeigen, sonst bist du nichts wert.

Diese Leitsätze lebte Rudolph. Und zwar, umso mehr, wie er Menschen sah, die Leistung auf ihre eigene Art und Weise lebten.

So auch dieser Hausmeister. Die Wichtigkeit des Tuns wurde von Rudolph ausgeblendet. Nur das was in seinem Kopf an Bildern bestand, war seine Realität. Und so urteilte und verurteilte er alle Menschen, die es mit Leistung nicht so genau nahmen wie Rudolph bei sich selbst.

Als Rudolph sich die Erlaubnis gab, das andere Menschen eigenständige Individuen sind und jeder Mensch anders ist, konnte er auch annehmen, dass der Hausmeister eine wichtige Person ist.

Darüberhinaus lernte Rudolph auch, anstatt Menschen oberflächlich zu bewerten, nur noch das aufzunehmen was er wahrnahm.

In dem Fall des Hausmeisters war es dann so, dass Rudolph sich sagte;

Da kommt unser Hausmeister. Er hat eine Eisenstange dabei mit der er die Kanalisation unseres Unternehmens absichert. Heute weiß ich, das er damit eine wichtige Aufgabe im Unternehmen hat. Er geht auf seine eigene Art über den Hof und hat einen grauen Arbeitskittel an.

Je mehr Rudolph sich mit dieser neuen Art der Wahrnehmung auseinander setzte, umso mehr stellte sich auch eine Verbesserung seines Wohlbefindens ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann setzen Veränderung und Wohlfühlen ein

Er sagte selbst von sich, dass durch die Art der Bewertung anderer Menschen und des eigenen Verurteilens sein persönliches Empfinden immer schlechter wurde.

Darüber hinaus wurde auch der Umgang mit seiner Familie ein besserer. Der Hintergrund war die Tatsache, dass er auch das Verhalten seiner Frau mit der Zeit immer negativer wertete. Er lästerte innerlich regelrecht ab. Wodurch sie in seinem Ansehen sehr stark gesunken war.

Als er auch sie immer mehr in dem Licht der Wahrnehmung sah, stellte sich auch in dieser Verbindung eine deutliche Zufriedenheit ein und Rudolph´s Partnerschaft wurde harmonischer.

Sie sehen, bewerten, lästern und verurteilen ist nicht unbedingt das Mittel, um ein zufriedenes Leben zu führen.

 

 

 

Abschließend habe ich noch eine kleine Frage an Sie:

In welchen Schubladen denken Sie und wie gehen Sie mit Ihrer Umgebung um?

Schreiben Sie mir gerne Ihr Feedback via Mail oder

hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Gerne lade ich Sie auch in meine geschlossene Facebook-Gruppe zum Thema Beziehungswellness ein.

Hier dürfen sich alle Menschen angesprochen fühlen, die in Beziehung -

♥ zu einem lieben Partner/Partnerin (ganz gleich ob Ehe oder Lebensgemeinschaft)

♥ zu Familienangehörigen

♥ zu Mitarbeitern, Kollegen, Freunden


♥ aber auch zu sich selbst stehen.

"
Menschen wie Du und ich eben".

Menschen, die Lust auf Veränderung in ihrem Leben haben. 
Die Lernen möchten besser mit sich und ihren Mitmenschen umzugehen. 
Die ihrer Beziehung wieder Frische, also „Wellness“ geben möchten.


https://www.facebook.com/groups/655773397942257/

Ich wünsche Ihnen eine wertfreie Zeit,

Ihr Michael Lahme

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