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Warum unsere Geschichte zählt
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, in dem mir klar wurde, wie stark die eigene Lebensgeschichte unser heutiges Handeln prägt.
Viele Jahre lang dachte ich, Vergangenes sei vergangen – bis ich begriff, dass alte Erfahrungen leise weiterwirken, oft unbemerkt, aber bestimmend. Aus dieser Erfahrung entstand die intensive Arbeit von Biografiearbeit und Transaktionsanalyse. In diesem Artikel leite ich Dich an, mehr über diese Lieblingsthemen von mir zu erfahren.


Wenn Menschen zu mir kommen, erzählen sie von wiederkehrenden Konflikten, Sprachlosigkeit oder dem Gefühl, sich selbst nicht mehr zu verstehen.
In diesen Momenten öffnet sich ein Raum, in dem Biografiearbeit und Transaktionsanalyse sich auf besondere Weise verbinden:
Wir betrachten die Spuren der Vergangenheit, ohne in ihr stecken zu bleiben – und schaffen neue Möglichkeiten für Gegenwart und Zukunft.


Biografiearbeit – der Blick auf die eigene Lebenslinie

Biografiearbeit und Transaktionsanalyse bedeutet, sich den roten Faden des eigenen Lebens bewusst anzuschauen.
Nicht, um Schuldige zu finden, sondern um Zusammenhänge zu erkennen:
Wo wiederholt sich etwas?
Welche Prägungen leiten mich – und wo darf ich neu wählen?

Biografiearbeit und Transaktionsanalyse – Dein roter Faden im Leben | Michael Lahme

Es geht um Einsicht, nicht um Analyse um ihrer selbst willen.
Manchmal braucht es nur einen klaren Blick, um zu verstehen, warum wir auf bestimmte Menschen oder Situationen immer gleich reagieren.


Ein persönlicher Moment – meine eigene Aufstellung

Vor einigen Jahren nahm ich an einem Wochenendseminar teil, in dem ich meine Ursprungsfamilie „stellte“ – mit Stühlen, nicht mit Menschen.
Ich wollte verstehen, woher die Spannungen kamen, die ich als kleiner Junge im Elternhaus gespürt hatte.

In dieser Arbeit zeigte sich etwas, das ich nie vermutet hätte:
Zwischen meiner Mutter und meinem Lieblingsopa, Ludwig, bestand ein tiefer, ungelöster Konflikt.
Die beiden hatten über viele Jahre kaum miteinander gesprochen.

Erst durch diese Aufstellung wurde mir klar, warum ich selbst auf Paarebene oft Nähe suchte, aber Gesprächen auswich.
Ich wiederholte unbewusst ein Muster – das Schweigen zwischen den Generationen.
Als mir das bewusst wurde, konnte ich lernen, in Beziehung anders zu sprechen: ehrlicher, präsenter, mit weniger Angst vor Konfrontation.

Diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt. Sie hat mir gezeigt, dass echte Veränderung erst beginnt, wenn wir unsere Geschichte nicht länger meiden.


Biografiearbeit und Transaktionsanalyse – verstehen, wie wir miteinander in Beziehung treten

Die Transaktionsanalyse (TA) bietet dafür einen klaren Rahmen.
Sie beschreibt, aus welchem inneren Anteil wir kommunizieren – ob aus dem Eltern-Ich, dem Kind-Ich oder dem Erwachsenen-Ich.

Viele Paare erkennen sich darin sofort:
Ein Satz wird missverstanden, eine Reaktion überzieht, und plötzlich reagieren zwei alte Anteile miteinander, nicht zwei Erwachsene.

Wenn wir unsere Biografiearbeit mit den Konzepten der TA verbinden, entsteht ein präziser Spiegel:
Wir sehen, welche Stimme aus der Vergangenheit spricht und welche Haltung wir heute wählen wollen.
Das ist keine theoretische Übung, sondern gelebte Selbsterkenntnis.

Biografiearbeit und Transaktionsanalyse – Dein roter Faden im Leben | Michael Lahme

Das Genogramm – Familiengeschichte sichtbar machen

In meiner Arbeit nutze ich häufig das sogenannte Genogramm.
Es ist weit mehr als ein Stammbaum – eine Landkarte familiärer Beziehungen.
Ein Genogramm zeigt nicht nur, wer mit wem verwandt ist, sondern auch, wie diese Beziehungen erlebt werden: Nähe, Distanz, Spannungen oder unausgesprochene Loyalitäten.

Ich zeichne es oft gemeinsam mit Klient:innen auf ein Flipchart.
Dabei entstehen kleine Symbole und Linien, die ganze Geschichten erzählen:
Wer trug Verantwortung, wer blieb unsichtbar, wer hielt Frieden?
Diese visuelle Form macht sichtbar, welche Muster sich über Generationen fortsetzen – und wo Veränderung beginnen darf.

Ein Klient und seine drei Geschwister

Ein Klient, den ich über längere Zeit begleitet habe, erlebte genau das.
Als wir seine Familienstruktur gemeinsam als Genogramm zeichneten, zeigte sich ein vertrautes Spannungsfeld: Er und seine älteste Schwester standen eher in der Linie des Vaters, während die beiden anderen Geschwister stark an der Mutter orientiert waren. Diese beiden wurden – ohne bewusste Absicht, aber spürbar – von der Mutter gegen die Geschwisterseite meines Klienten positioniert.

So hatte sich zwischen diesen beiden „Familienhälften“ über Jahre eine unsichtbare Grenze gebildet – ein altes Spiel aus Nähe, Schuld und stillen Bündnissen.

Als wir das Genogramm betrachteten und mithilfe der Transaktionsanalyse hinterfragten, aus welchen Ich-Zuständenseine Reaktionen stammten, begann sich etwas zu lösen.
Er erkannte, dass er als Kind gelernt hatte, Verantwortung für die Mutter zu übernehmen und Konflikten aus dem Weg zu gehen – ein Muster, das er in seine Partnerschaft mitgenommen hatte.

Mit dieser neuen Klarheit konnte er die Mutter anders sehen: nicht mehr als Gegenpol, sondern als Frau mit eigener Geschichte und eigenen Mustern. Und er verstand das sowohl er als auch sie Teile einer generationsübergreifenden Dynamik waren.
Aus dieser erwachsenen Perspektive heraus geschah etwas wesentliches.

Er führte Gespräche mit seiner Frau anders – klarer, ruhiger, mehr aus dem Erwachsenen-Ich.
Er verstand, dass er bisher oft aus dem verletzten Kind-Ich reagiert hatte.

Das ist die Kraft dieser Arbeit:
Wenn wir unsere inneren Positionen erkennen, können wir aufhören, alte Geschichten weiterzuspielen.


Warum Biografiearbeit in Verbindung mit Transaktionsanalyse Beziehungen verändert

Wer seine Geschichte kennt, versteht, warum er in Konflikten so reagiert, wie er reagiert.
Biografiearbeit und Transaktionsanalyse helfen, alte Rollen zu entlarven:
den Friedensstifter, der Harmonie um jeden Preis will;
die Starke, die nie Schwäche zeigen darf;
das Kind, das gehört werden will.

Diese Muster sind keine Fehler. Sie waren einst Überlebensstrategien.
Doch wenn wir sie bewusst wahrnehmen, verlieren sie ihre Macht.
Dann wird Beziehung wieder freier – und echter Dialog möglich.


Vom Erkennen zum Gestalten

Manche Menschen fürchten, Biografiearbeit sei ein Blick zurück.
In Wahrheit ist sie ein Schritt nach vorn.
Denn wer weiß, woher er kommt, kann klarer entscheiden, wohin er will.

Transaktionsanalyse liefert dafür die Sprache.
Sie macht sichtbar, was zwischen Menschen passiert, und schenkt Wege, Kommunikation neu zu gestalten.

Und ein zugehöriges Genogramm macht das alles deutlich sichtbar und bringt die Geschichte auf den Punkt.
So wird aus Erkenntnis Bewegung – und aus alten Geschichten entsteht Handlungsspielraum.

Biografiearbeit und Transaktionsanalyse – Dein roter Faden im Leben - wie auf dem Foto deutlich, kann der Faden des Lebens manchmal sehr verwinkelt verlaufen. Das ist aber nicht immer der Fall. Michael Lahme Coaching unterstützt dich bei der verdeutlichung deines Lebensfadens.

Einladung zum Weiterdenken

Wenn du das Gefühl hast, dass sich in deinem Leben oder in eurer Partnerschaft Muster wiederholen, lohnt sich der Blick auf die eigene Lebenslinie.
Nicht, um Vergangenes aufzurollen, sondern um Frieden mit ihr zu schließen – und daraus bewusster zu leben.

In meinen Begleitungen, ob Paarberatung oder Persönlichkeitsentwicklung, nutze ich Biografiearbeit, Genogramm und Transaktionsanalyse, um genau das zu ermöglichen: Verständnis, Klarheit und neuen Mut für Begegnung.


Lust, deinen roten Faden zu entdecken?

In meinem KPP-Mentoring® verbinden wir tiefes Verständnis für alte Prägungen mit konkreter Beziehungsarbeit im Hier und Jetzt.
Wenn du mehr über Biografiearbeit erfahren möchtest, lies auch den Eckpfeiler zur Transaktionsanalyse in der Partnerschaft
oder den Beitrag über emotionale Verbindung in Beziehungen.


FAQ zur Biografiearbeit

Was unterscheidet Biografiearbeit von Therapie?

Biografiearbeit ist kein Ersatz für Psychotherapie. Sie richtet sich an Menschen, die ihre Lebensgeschichte verstehen und daraus neue Handlungsräume gestalten möchten – ohne Krankheitsfokus.

Wie läuft Biografiearbeit in Kombination mit Transaktionsanalyse ab?

Wir betrachten zentrale Lebensereignisse und Muster und verbinden sie mit den Konzepten der TA, um zu verstehen, aus welchen Ich-Zuständen du handelst.

Muss ich alles aus meiner Vergangenheit erzählen?

Nein. Du entscheidest, was du teilst. Es geht nicht um Ausbreiten, sondern um Erkennen.

Für wen eignet sich diese Arbeit?

Für Einzelpersonen und Paare, die spüren, dass sich alte Dynamiken wiederholen und sie aus dieser Wiederholung aussteigen

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