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Eltern wollen ihre Kinder schützen – doch manchmal geschieht genau das Gegenteil. Wenn die Angst der Eltern stärker ist als ihr Vertrauen, spürt das Kind dies sofort. Folglich beginnt es, seine eigene Wahrnehmung in Frage zu stellen. Aus lebendiger Intuition wird Unsicherheit, aus kindlichem Mut wird Zurückhaltung, aus Freude Vorsicht. Aufgrund dessen, zeige ich dir in diesem Artikel, wie die Angst der Eltern Kinder prägen kann. Ich beschreibe, warum diese oft unbewusst weitergegeben wird – und welche Wege es gibt, diesen Kreislauf liebevoll zu durchbrechen.

ursprüngliche Veröffentlichung


geändert und neu ausgearbeitet


Eine Kindheit voller Vertrauen

Es ist 1968. Ein kleiner Junge namens Michael wächst im Sauerland auf. Er ist fünf Jahre alt, voller Lebensfreude und Fantasie. Der Wald in der Nähe seines Elternhauses ist sein Spielplatz. Bäume sind für ihn nicht nur Bäume – sie sind Abenteuer, Königreiche, Orte der Freiheit.

Wenn er klettert, spürt er: Ich kann das. Ich habe alles im Griff. Die Welt ist gut. Sein Vater, der ihn an den Wochenenden auf Spaziergängen begleitet, bestärkt dieses Gefühl. Außerdem erklärt er geduldig die Welt, zeigt Zusammenhänge und macht alles begreifbar. Für den Jungen ist das ein großes Glück: ein Vorbild, das Vertrauen und Orientierung schenkt.

Gleichzeitig ist da auch die Mutter. Eine Frau, die viel Schweres erlebt hat. Sie braucht Ordnung, um Halt zu finden, und ist oft von Ängsten geplagt – Ängsten, die für das Kind noch unverständlich sind.


Der Blick in die Glaskugel und dann in der Zeit zurück. Was Angst der Eltern beim Kind mit der Intuition macht. Michael Lahme Coaching

Der Schrei, der alles verändert

Eines Tages klettert Michael wieder auf seinen Lieblingsbaum. Ganz oben fühlt er sich wie ein kleiner König, voller Stolz und Freiheit. Alles ist leicht, alles ist sicher.

Dann hört er plötzlich den Schrei seiner Mutter:
„Miiiichael! Sofort da runter!“

Die Angst in ihrer Stimme durchdringt ihn wie ein Blitz. Verwirrt klettert er hinunter, so vorsichtig wie immer. Doch am Boden wartet nicht Sicherheit, sondern Vorwürfe, eine Ohrfeige, harte Worte. Ihre Worte hämmern in seinem Kopf:
„Bist du denn von allen guten Geistern verlassen? Du kletterst nie wieder rauf!“

Daraufhin bricht in diesem Moment etwas in ihm zusammen. Sein Vertrauen in sich selbst, seine Intuition, wird überschattet von der Angst der Mutter. Folglich beschließt er – unausgesprochen, unbewusst: Ich war wohl falsch. Mein Gefühl hat mich getäuscht.

Von diesem Tag an klettert er deshalb nie wieder auf einen Baum.

Wenn elterliche Angst zur inneren Stimme wird

Diese Szene ist mehr als nur eine Kindheitserinnerung. Sie zeigt, wie schnell Kinder die Ängste ihrer Eltern verinnerlichen.

Kinder sind wie empfindsame Spiegel. Sie nehmen nicht nur die Worte auf, sondern auch die Emotionen dahinter. Wenn ein Elternteil voller Angst reagiert, dann ist es, als ob diese Angst direkt in die Seele des Kindes wandert.

  • „Trau dir nicht zu viel zu.“
  • „Etwas Schlimmes könnte passieren.“
  • „Dein Gefühl täuscht dich.“

Solche Botschaften setzen sich fest. Und irgendwann werden sie zur eigenen inneren Stimme.


Die unsichtbaren Folgen im Erwachsenenalter

Springen wir 20 Jahre weiter. Jetzt ist Michael erwachsen. Er wirkt fröhlich, ist beliebt und erfolgreich. Er ist der „Sunny Boy“, der immer gut gelaunt, und für jeden Spaß zu haben ist. Doch innerlich tobt ein Kampf.

Die innere Stimme, geprägt von der Angst der Mutter, meldet sich immer wieder:

  • „Das war nur Zufall.“
  • „Du bist nicht gut genug.“
  • „Andere tun nur so freundlich.“

Nach außen sieht man davon wenig. Im Job meistert er Herausforderungen, gewinnt Kunden, überzeugt Vorgesetzte. Doch innerlich wachsen Zweifel und Ängste. Plötzlich Auf Brücken bekommt er plötzlich schweißnasse Hände. In Entscheidungssituationen ringt er mit sich. Der innere Kritiker gewinnt mehr und mehr Macht.

Schließlich kommt der Zusammenbruch: Burnout, Klinikaufenthalte, Rückzug. Was nach Stärke aussah, war oft ein Deckmantel für Unsicherheit.


Was passiert, wenn Kinder ihre Intuition verlieren?

Die Geschichte zeigt eine Wahrheit, die viele kennen: Wenn Kinder lernen, dass ihre eigene Wahrnehmung nicht stimmt, verlieren sie Stück für Stück den Zugang zu ihrer Intuition.

Statt auf ihr Bauchgefühl zu hören, zweifeln sie. Anstatt mutig Neues zu wagen, bremsen sie sich. Bevor sie Sicherheit in sich selbst finden, suchen sie Bestätigung im Außen.

Das Resultat sind oft:

  • Selbstzweifel – „Bin ich richtig, so wie ich bin?“
  • Angst vor Fehlern – „Wenn ich das tue, könnte etwas Schlimmes passieren.“
  • Überangepasstheit – „Ich mache es lieber so, wie andere es wollen.“
  • Erschöpfung und Burnout – weil der innere Kampf zu viel Kraft kostet.

Eltern zwischen Sorge und Vertrauen

Viele Eltern kennen diese Spannung. Einerseits wollen sie ihr Kind beschützen, andererseits wissen sie, dass sie es loslassen müssen. Angst ist dabei ein natürlicher Begleiter.

Die entscheidende Frage lautet: Was gebe ich meinem Kind weiter – meine Angst oder mein Vertrauen?

Denn Kinder brauchen vor allem:

  • Ermutigung statt Einengung.
  • Begleitung statt Übertragung.
  • Vertrauen statt Kontrolle.

Auf jeden Fall ist es wichtig, Kinder auf Gefahren hinzuweisen. Doch wie wir das tun, macht den Unterschied. Folglich ist ein ruhiger Hinweis („Pass auf, der Ast ist rutschig.“) stärkend für das Vertrauen. Ein panischer Schrei („Um Himmels willen, da passiert gleich was!“) pflanzt Angst ein.


Wege zurück zur Intuition

Die gute Nachricht: Auch wenn wir als Erwachsene diese Stimmen in uns tragen – wir können lernen, sie zu entlarven.

1. Reflexion

Frage dich: Ist das wirklich meine Angst? Oder spüre ich hier die alte Angst meiner Eltern? Oft merken wir erst im Nachhinein, dass wir fremde Muster übernommen haben.

2. Achtsamkeit

Beobachte deine Gedanken und Gefühle, ohne sie sofort zu bewerten. Stell dir vor, du sitzt am Fluss und siehst die Gedanken wie Boote vorbeiziehen. Manche kannst du weiterziehen lassen.

3. Kleine Schritte wagen

Mut entsteht nicht durch große Sprünge, sondern durch kleine Erfahrungen. Vielleicht ein neuer Weg zur Arbeit. Eine Entscheidung, die du bewusst nach deinem Bauchgefühl triffst.

4. Unterstützung annehmen

Manchmal braucht es jemanden, der uns den Spiegel vorhält – im Coaching, in der Therapie, in einer vertrauten Beziehung. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt von Stärke.

Vielleicht hast Du jetzt den Gedanken, das Du auch gerne an deinen persönlichen Themen arbeiten möchtest? Dann nutze den folgenden Button und trage dich für ein erstes Gespräch mit mir ein.

Erstgespräch
Der Blick auf den Huzenbachsee im Schwarzwald. Michael hat fast seine Höhenangst besiegt. Michael Lahme. Coaching und Mentoring

Mein eigener Wandel

Heute bin ich 62 Jahre alt und stehe inzwischen oft selbst auf Brücken, Aussichtstürmen oder an steilen Abhängen. Zwar noch immer von einem komischen Gefühl begleitet, jedoch früher undenkbar – und heute, ein Symbol meiner Freiheit.

Ich habe gelernt, meine Intuition zurückzuerobern. Das war kein schneller Weg, sondern ein Prozess aus Auseinandersetzung, Vergebung und bewusstem Neubeginn.

Ein großer Schritt war für mich zu erkennen:

  • Die Ängste meiner Mutter sind nicht meine Ängste.
  • Meine Intuition ist ein Kompass, dem ich vertrauen darf.
  • Verantwortung für mein Leben zu übernehmen bedeutet, alte Muster loszulassen.

Heute begleite ich Menschen, die ähnliche Erfahrungen mit der Angst der Eltern gemacht haben. Paare und Einzelpersonen, die spüren: Irgendetwas blockiert mich. Ich vertraue mir selbst nicht richtig. Gemeinsam finden wir Wege, wieder ins Vertrauen zu kommen – zu sich selbst, zu anderen, zum Leben.ichtig. Gemeinsam finden wir Wege, wieder ins Vertrauen zu kommen – zu sich selbst, zu anderen, zum Leben.


Impulse für dich

Vielleicht erkennst du dich in Teilen dieser Geschichte wieder. Vielleicht merkst du, dass auch in dir Stimmen sprechen, die gar nicht deine eigenen sind.

Dann stelle dir einmal folgende Fragen:

  • Welche Botschaften habe ich als Kind gehört, die heute noch wirken?
  • Wo bremse ich mich selbst aus, obwohl ich eigentlich könnte?
  • Was würde passieren, wenn ich meiner Intuition mehr Raum gebe?

Und vielleicht ist es an der Zeit, den ersten Schritt zurück zu dir selbst zu gehen.


Mein Schlußgedanke: Die Kette der Angst kann durchbrochen werden

Elterliche Angst kann Kinder ein Leben lang prägen. Doch wir sind nicht dazu verdammt, diese Muster für immer weiterzutragen. Wir können innehalten, reflektieren und neu entscheiden.

Kinder, die mit Vertrauen begleitet werden, entwickeln den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen. Erwachsene, die ihre Intuition wiederfinden, spüren neue Freiheit.

Und manchmal beginnt dieser Weg mit einer ganz einfachen Frage:
Wem gehört die Stimme, die da in mir spricht?

Nutze nun die Gelegenheit für ein erstes Gespräch mit mir. Ich nehme in dem Gespräch nicht nur deine Daten auf. Wir schauen genau dahin, was für dich jetzt richtig und wichtig ist. Daraus entwickeln wir einen für dich passenden Fahrplan auf dem Weg zu deinem persönlichen Wachstum.

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Ich freue mich darauf dich schon bald kennenzulernen.

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